Best Practice

Tanz, Theater & Trinitatis – ein kreativer Online-Gottesdienst der Ev. Jugend Eder

Seit der Verschärfung der Einschränkungen im öffentlichen Leben gibt es auf Ebene der Landeskirche in Kurhessen-Waldeck einen sonntäglichen Video-Gottesdienst.

Der EKKW-Video-Gottesdienst zum 4. Sonntag nach Trinitatis (5. Juli 2020) kommt aus dem Evangelischen Kirchenkreis Eder. Frau Dekanin Hegmann hatte die Idee, dass der Gottesdienst aus unserem Kirchenkreis von der Ev. Jugend gestaltet wird.

Der Gottesdienst aus der St. Nikolauskirche und einer großen Lagerhalle in Sachsenhausen (Waldeck) wurde gemeinsam von 18 Jugendlichen, 6 Hauptamtlichen (Johanna Mienert, Johanna Böttner, Jennifer Heise, Marieke Golde-Bohrmann, Sandra Möller und Jonas Skroblin) und Kreisjugendpfarrerin Kerstin Palisaar vorbereitet. In der Durchführung waren dann aber keine Hauptamtlichen mehr nötig, da von der Begrüßung bis zum Segen alles die Jugendlichen übernommen haben. Mit viel Freude und großer Motivation haben sie einen kreativen Gottesdienst unter dem Motto „Tanz, Theater und Trinitatis“ zu dem Bibelvers Römer 12,21 (Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem) gestaltet.

Der Gottesdienst dreht sich um den Gedanken, dass in jedem von uns gute und auch schlechte Seiten stecken, aber wir die Möglichkeit haben, das Gute in uns zu fördern und damit das Böse zu überwinden. Was uns dabei hilft ist, „gesehen zu werden“: In der Predigt erzählt Jacqueline Göbel dazu die biblische Geschichte von Hagar und Sarah. Auch heute noch kann man gut nachfühlen wie Sarah, die eigentlich eine tolle Frau ist, durch Schmerz, Verletzung und Eifersucht ihre Magd Hagar demütigt und schlecht mit ihr umgeht, so dass diese schließlich in die Wüste flieht.

In Sarah/ in Hagar/ in uns steckt der tiefe Wunsch, gesehen zu werden und geliebt zu werden. Gott sieht uns und liebt uns – auch in den dunklen Momenten des Lebens und das kann uns zum Guten helfen.

Mitgestaltet wird der Gottesdienst von der Tanzgruppe NAMID der Ev. Jugend, unterstützt von der Parkourgruppe Flying Monkeys. Sie greifen das Thema des Bösen in uns in Tanz und Theater mit dem Lied „Run Boy Run“ von der Band Woodkid auf. Die Tanz und Theaterszenen wurden in der Lagerhalle gefilmt, die freundlicherweise von Michael Valentin zur Verfügung gestellt wurde und viel Platz bot, um sich mit dem derzeit gebotenem Abstand zu bewegen. Musikalisch begleitet wird der Gottesdienst durch Kooshan Baheri am E-Piano, der die Sängerin Friederike Spratte begleitet und dem 14-jährigen Hendrik Weingärtner an der Orgel. Die Aufzeichnung und den Schnitt hat David Heise übernommen.

Zu sehen ist der Online-Gottesdienst, der direkt in ihr Wohnzimmer gesendet wird, bei Youtube – ab Sonntag, dem 5. Juli 2020 um 9.00 Uhr. Über die sozialen Netzwerke werden die JugendreferentInnen und Ehrenamtlichen den Link verbreiten.

Ergebnisse der Fachgruppe „Arbeit mit Kindern“

Der Sommer 2020 liegt direkt vor uns. Wir wollen ein Angebot für Kinder und Jugendliche ermöglichen. Trotz oder gerade wegen Corona.

Damit Ferienspiele ein Gewinn für die Kinder werden, muss das Team der Mitarbeitenden in die Planungen mit hineingenommen werden. Sind alle gut vorbereitet und wissen, wie die Ferienspiele in diesem Jahr aussehen, dann können sie sich leichter auf die Kinder konzentrieren.

Wir, als Hauptamtliche tragen dabei die Verantwortung für das Gelingen und den reibungslosen Ablauf. Die hier vorliegende Sammlung mag Euch als Leitlinie dienen. Sie ist sicherlich nicht komplett. Sie entspricht dem aktuellen Stand der Abstands- und Hygieneregeln von Mitte Juni 2020, die hier nicht noch einmal benannt sind.

Empfehlungen für KiGos

Zum Kindergottesdienst/zur Kinderkirche treffen sich Kinder und Mitarbeitende nicht täglich wie es in der KiTa oder Schule der Fall ist, sondern in mehr oder weniger langen Zeitabständen. Auch kommt nicht immer derselbe Personenkreis zusammen. Diese Faktoren erschweren das gemeinsame Einüben der erforderlichen Abstands- und Hygieneregeln. Besonders für jüngere Kinder, die noch nicht die Möglichkeit hatten, diese in der KiTa zu erlernen, stellen die zu befolgenden Regeln eine große Herausforderung dar. Ein ganzheitliches, aktives Teilnehmen an der gottesdienstlichen Feier wie üblicherweise ist nicht möglich. Essen und Trinken, Toben und Spielen mit Körperkontakt sind in vielen Kindergottesdiensten wichtige Elemente und entfallen nun. Das Einhalten der Regeln beansprucht möglicherweise so viel Aufmerksamkeit und Energie, dass die geistliche und gemeinschaftliche Dimension des Feierns in den Hintergrund gedrängt werden könnte.

Wir empfehlen daher nach wie vor in unklaren Situationen und Übergangszeiten …

  • die vielen digitalen Gottesdienstangebote für Kinder und ihre Eltern publik zu machen (vgl. www.ekkw.de/kigo; www.kirchemitkindern-digital.de);
  • Materialien für Familienfeiern zu Hause zu nutzen (vgl. www.ekkw.de/kigo; www.kirche-mit-kindern.de; http://www.gottesdienstinstitut.org/Hinweise-und-Anregungen-zum-kirchlichen-Leben-in-Zeiten-der-Corona-Pandemie.htm.);
  • gottesdienstliche Angebote im Freien zu gestalten (zum Ausflug mit der Familie zu GoDi-Orten im Freien einladen an einem See, auf einer Wiese im Wald oder Godis auf dem Weg mit vorher gestalteten Stationen; vgl. https://www.afgshop.de/kirche-unterwegs.html.);
  • zu kürzeren Andachts- oder Familiengottesdienstformaten in der Kirche oder im Gemeindehaus einzuladen (im Familienverbund fällt es leichter, sich an die Hygiene- und Abstandsregeln zu halten);
  • im Kirchenraum der offenen Kirche spirituelle Elemente für Kinder und ihre Familien oder einzelne KiTa-Gruppen zu gestalten (Stationen vorbereiten: Kerzen anzünden; Steine ablegen; Bilder des Dankes oder der Bitte und Klage malen und vor dem Kreuz ablegen bzw. diese aufschreiben und ablegen; biblische Geschichte mit Bildern oder Erzähl-Figuren und Text zum Vorlesen gestalten…)
  • mit KiGo-Mitarbeiter*innen, Kindern, Eltern, Erzieher*innen das Gespräch suchen und gemeinsam überlegen, wie derzeit Gottesdienste so gefeiert werden können, dass Kinder und Familien sie als ermutigend und stärkend erleben.

Online-Sommertour des Lajufo

Premiere: Die „Online-Sommertour des Lajufo“ startet!

„90-Minunten-Online-Besuche“ in 14 Kirchenkreisen zum Kennenlernen, Begegnen, Austauschen über ehrenamtliches Engagement, Beteiligung, Mitgestaltung und mehr…

Dass Kontakt, Kennenlernen, Austausch und noch mehr auch online spannend, anregend und gewinnbringend sein können, haben wir in den letzten Monaten in unterschiedlichster Weise ausprobiert und erlebt.

Das Landesjugendforum nutzt diese Erfahrungen und Möglichkeiten für etwas Neues – ein kleines Experiment – schon ab nächster Woche: 90-Minunten-Online-Besuche in den Kirchenkreisen.

Die Einladungen sind an die Hauptamtlichen, die die Beauftragung für Partizipation haben, gegangen.

Mehr zum Landesjugendforum:

https://www.facebook.com/lajufo

https://www.instagram.com/lajufo_ekkw/

#Bester Sommer 2020 – Inspirationen zur Gestaltung der Sommerferien

Am 19. Mai hat das Barcamp „Bester Sommer 2020“ mit über 150 Praktiker*innen aus der Kinder- und Jugendarbeit stattgefunden. Veranstaltet vom Amt für Jugendarbeit der Ev. Kirche von Westfalen ging es um die Leitfragen:

  • Wie können wir als evangelische Jugendarbeit trotz aller Corona-Einschränkungen Kinder und Jugendliche in diesem besonderen Sommer 2020 begleiten?
  • Welche Angebote können wir machen?
  • Wie können wir für sie da sein?

Unter folgendem Link findest du die Dokumentation der Ergebnisse:

https://barcamptools.eu/juenger-barcamp-bestersommer2020/events/761be351-1803-469d-bad1-8a53539dc609#sessions

Einfach auf die Session bzw. das Thema klicken, das dich interessiert und etwas nach unten scrollen.

Empfehlungen zur Gestaltung der Kinder- und Jugendarbeit angesichts der aktuellen Entwicklungen der Corona-Pandemie

Stand: 8.5.2020

Allgemeine Einschätzung der Lage

Vor dem Hintergrund der dynamischen Entwicklungen der Corona-Pandemie und den sich schnell ändernden behördlichen Vorgaben ist es derzeit unklar, in welcher Form die ev. Kinder- und Jugendarbeit in Kurhessen-Waldeck im weiteren Verlauf des Jahres 2020 durchgeführt werden kann.

Die diesbezüglichen Verordnungen in Hessen und Thüringen werden in den nächsten Wochen und Monaten noch häufig angepasst werden. Aber weder die zuständigen Politiker*innen noch wir kennen deren zukünftigen Inhalt. 

Denn: es wird auf Sicht gefahren!

Gleichzeitig zeichnen sich Tendenzen ab: Außenminister Maas hat am 22. April 2020 geäußert, dass es in diesem Sommer „einen normalen Urlaub nicht geben wird“, „internationaler Urlaub auf absehbare Zeit nicht möglich sein wird“ und es in vielen Ländern aktuell noch Einschränkungen der Bewegungsfreiheit gibt, die eine erholsame Urlaubszeit kaum möglich machen werden. Auch wenn die Entwicklung positiv ist und derzeit viele Maßnahmen gelockert werden, hat RKI-Präsident Wieler am 5.5.2020 darauf hingewiesen, dass es mit “großer Sicherheit” eine zweite Welle der Pandemie geben wird und “Abstandhalten der neue Alltag” werden müsse.

Sicher ist aber auch: Die Kinder und Jugendlichen brauchen uns und unsere Angebote gerade jetzt und in diesem Sommer.Auch wenn viele Dinge noch nicht klar und in Veränderung begriffen sind, zwingt die Corona-Pandemie die Verantwortlichen in Gemeinden und Kirchenkreisen zu überlegen, welche Angebote unter welchen Rahmenbedingungen stattfinden können. Die Entscheidungen der Landesregierungen in Hessen und Thüringen vom 7. Mai ermöglichen die Kinder- und Jugendarbeit wieder in begrenztem Umfang. Ein entscheidendes Kriterium ist dabei immer, ob die geltenden Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden können.

Wichtig dabei ist, dass die Entscheidung über die genaue Ausgestaltung bei dem jeweiligen Träger der Kinder- und Jugendarbeit liegt – unter Berücksichtigung der aktuellen behördlichen Vorgaben und der notwendigen Hygienestandards. Das Referat Kinder- und Jugendarbeit kann hier nur Empfehlungen und Anregungen geben und auf Wunsch beratend zur Seite stehen.

Maßnahmen in den Sommerferien

Auch wenn die Entwicklung wie oben beschrieben nicht voraussagbar ist, muss aus unserer Sicht davon ausgegangen werden, dass es auch in den Sommerferien noch erhebliche Beschränkungen geben wird. Fest steht, dass bis zum 31. August ein Verbot von Großveranstaltungen gilt. Unter der Berücksichtigung der geltenden Hygiene- und Abstandsregeln sind Veranstaltungen bis 100 Personen möglich.

Tendenziell ist aber auch bei kleineren Veranstaltungen davon auszugehen, dass die Sicherheitsmaßnahmen mit Mindestabstand, Mundschutz, Hygienebestimmungen etc. gelten werden. Eher unwahrscheinlich ist, dass Gruppenreisen ins Ausland möglich und verantwortbar sein werden. Ob Freizeitmaßnahmen innerhalb von Hessen/Deutschland mit kleinen Gruppen möglich werden, wird noch abzuwarten sein.

Vor diesem Hintergrund werden vermutlich sehr viele Sommerfreizeiten und sonstige Veranstaltungen nicht in der gewohnten Weise stattfinden können und müssen deshalb abgesagt oder umgestaltet werden.

Die evangelische Kinder- und Jugendarbeit sollte dann aber gerade in den Sommerferien mit alternativen Angeboten präsent sein und Kindern und Jugendlichen attraktive Angebote unterbreiten und gleichzeitig damit Eltern/Sorgeberechtigten verlässliche Betreuungszeiten bieten. Es muss deshalb nun auch verstärkt darum gehen, alternative Angebote zu entwickeln (Tagesausflüge, Ferienspiele, Tagesaktionen für Jugendliche etc.), die gut durchführbar sind – möglicherweise in der Form von sich wiederholenden Angeboten in kleinen Gruppen.

Dort, wo es bewährte Kooperationen für Ferienspiele gibt, z.B. mit Kommunen, sollte die Bereitschaft der ev. Kinder- und Jugendarbeit zur Mitarbeit bekräftigt, der Wille zur Neu-Konzeptionierung bekundet und damit zur Durchführung ermutigt werden.

Arbeit mit festen Kinder- und Jugendgruppen & Ähnliches

Auch wenn die Arbeit in festen Gruppen vermutlich am leichtesten in den digitalen Raum verlagert worden ist, besteht auch hier oftmals ein großes Bedürfnis nach analogen Begegnungen. Vermutlich wird es aber noch eine Weile dauern, bis regelmäßige Treffen in größeren Gruppen möglich sind. Bis dahin wird es vermutlich Mischformen geben müssen zwischen einem digitalen Kontakt und dem Treffen in kleineren Gruppen, deren Größe den dann geltenden behördlichen Vorgaben entsprechen. Neue Formen der Gruppenarbeit werden ausprobiert werden müssen und Formen bevorzugt, die helfen, das Infektionsrisiko zu senken (Open-Air-Treffen, Fahrradtour, Spielrunde auf Abstand, Paddeln u.ä.)

Jugendgottesdienste

Für Jugendgottesdienste gelten die gleichen Regelungen wie für den normalen Gemeindegottesdienst. Unter Beachtung der vorgesehenen Hygienemaßnahmen und Beschränkungen sind Jugendgottesdienste also erlaubt. Da viele der für Jugendgottesdienste wichtigen Elemente (Gesang, Gemeinschaft, besondere Methoden…) nicht gestattet sind, raten wir von der analogen Durchführung von Jugendgottesdiensten derzeit eher ab. Die guten digitalen Angebote können und sollten natürlich weitergeführt und ggf. ausgebaut werden.

Offene Jugendarbeit

Die offene Jugendarbeit mit ihren sozial-diakonischen Angeboten leistet gerade in diesen Zeiten einen wichtigen und vielerorts bereits schmerzlich vermissten Beitrag zur sozialen Stabilisierung und Entlastung von Familien, Kindern und Jugendlichen. Eine stufenweise Wiedereröffnung dieser Arbeit ist deshalb im Rahmen der vorgegebenen Beschränkungen sehr wünschenswert. Hierzu werden sicher Übergangslösungen nötig sein. Denkbar sind etwa: 

  • Treffen von kleinen Gruppen bei Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln
  • Öffnung von Jugendräumen oder -zentren für eine begrenzte Zahl von Menschen 
  • Beratungsangebote und Sprechstunden
  • Aufsuchende Jugendarbeit im urbanen Raum
  • Outdoor-Aktivitäten

Unterschiedliche Arbeitsgruppen befassen sich derzeit mit der (Weiter-)Entwicklung von Formaten der Kinder- und Jugendarbeit unter den aktuell gegebenen Rahmenbedingungen. Auf www.ejkw.de werden alle Ideen und Ergebnisse veröffentlicht. Das Referat Kinder- und Jugendarbeit steht für Beratung gerne zur Verfügung.

Die Landeskirche und der Jugendverband der evangelischen Jugend in Hessen engagieren sich dafür, ihren jugendpolitischen Einfluss geltend zu machen, damit das Arbeitsfeld der Kinder- und Jugendarbeit bei den politischen Entscheidungsträgern im Blickfeld bleibt und bei den Regelungen zur Wiedereröffnung angemessen berücksichtigt wird.

Wir danken euch ganz herzlich für euer Engagement und die Kreativität, die ihr im Interesse der Kinder und Jugendlichen entfaltet und wünschen euch viel Energie, Inspiration und Gottes Segen für die kommenden Zeit!

Referat Kinder- und Jugendarbeit