Gemeinsam gegen häusliche ­Gewalt

Jeder Mensch hat das Recht auf körperliche und seelische Unversehrtheit. Wird dieses Recht jedoch innerhalb der Familie verletzt, gestaltet sich die Intervention oft schwierig. Noch immer wird eine Gewalttat innerhalb der Familie und hier insbesondere zwischen Frau und Mann von den Betroffenen und dem sozialen Umfeld anders bewertet als eine Gewalttat zwischen Fremden. Bevor die Opfer Hilfe suchen, liegt häufig ein langer Leidensweg hinter ihnen.

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Nach einer vom Bundesfamilienministerium in Auftrag gegebenen Studie aus dem Jahr 2004 hat jede vierte Frau mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt durch ihren Lebenspartner erfahren. In der Region Kassel wurden im Jahr 2017 vom Polizeipräsidium Nordhessen 1175 Fälle von häuslicher Gewalt erfasst, davon 437 Fälle in der Stadt Kassel und 268 Fälle im Landkreis2. Bei ihrer Statistik legt die Polizei folgende Definition von häuslicher Gewalt zugrunde: „Die häusliche Gewalt umfasst alle Fälle von physischer und/oder psychischer Gewalt innerhalb von ehelichen oder nichtehelichen Lebensgemeinschaften, unabhängig von der Tatortörtlichkeit.“ (Jahresbericht häusliche Gewalt für Hessen 2006, Hessischen Landeskriminalamt)

Häusliche Gewalt äußert sich also nicht nur in körperlichen Übergriffen, auch das Verbot von sozialen Kontakten, das Einsperren in die Wohnung, das Entziehen von Geld oder ein dauerhaftes verbales Herabsetzen sind Formen von Gewalt. [….]